With a little help from my friends

To_Write_Love_on_Her_Arms

 

Gestern habe ich den Film „To write love on her arms“ gesehen, der sehr wahrhaftig und berührend den Weg einer jungen Frau aus der Drogensucht thematisiert. Der Fokus lag dabei mal auf der Unterstützung durch andere Menschen. Ich habe in meiner Jugend Ähnliches erlebt, die Geschichte hat viele Erinnerungen geweckt. Und dabei wurde mir klar, dass ich mir den erfolgreichen Ausstieg stets nur auf die eigenen Fahnen geschrieben hatte. Klar ist es eine Leistung, vom jahrelangen Konsum harter Drogen wieder in ein „normales“ Leben zu finden. Doch niemand muss das ja ohne die Hilfe von Familie, Freunden, Partnern, Therapeuten oder Leidensgenossen schaffen. Mir stand damals vor allem meine erste Frau aufopferungsvoll zur Seite, ein verständnisvoller Arzt sowie gute Freunde. Ihnen allen möchte ich hier von ganzem Herzen danken: Gott alleine weiß, wo ich heute ohne euch wäre!

Hilfe, die Helden kommen!

batmanvsuperman

Eine andere Art von Flüchtlingswelle überrollt seit einiger Zeit die Kinos: Von Superman bis Batman, von Spiderman bis Ant-Man, von den X-Men bis zu den Avengers – keinen Superhelden hält es mehr im heimatlichen Comic-Blätterwalt; in inflationären Scharen tauchen die Cape-Träger auf den Leinwänden auf. Und wie bei den Flüchtlingen aus Syrien hieß man sie zunächst herzlich willkommen, wäre mittlerweile aber ganz froh, wenn sie daheim blieben. Genug ist irgendwann genug, so die Devise.

Oder gibt es da gar einen Zusammenhang? Sollen uns Hulk & Co. zumindest unbewusst vor mehr oder weniger real existierenden Bedrohungen wie Überfremdung (Avengers sammeln: Kampf den Aliens!), Fremdenfeindlichkeit (X-Men: Mutanten sind auch Menschen), einem korrupten Überwachungsstaat (S.H.I.E.L.D. lässt grüßen) oder ganz einfach unserem omnipräsenten Gefühl der Ohnmacht gegenüber gierigen Bankern sowie skrupellosen Großindustrien und deren willfährigen Erfüllungsgehilfen in der Politik schützen? Sind die Helden so super, weil wir uns so mies fühlen? Sind sie die Film gewordenen Allmachtsphantasien einer zusehens dekadenten Gesellschaft, die sich vor der Vernichtung durch einfallende Barabarenhorden fürchtet? History repeats, willkommen zurück im Römischen Imperium. Willkommen zu Brot und Spielen. Viel Spaß mit den Gladiatoren, während Nero an unseren Lebensgrundlagen zündelt…