Vom Winde verweht

 

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Ein nettes Gleichnis: Psychische Erkrankungen sind wie der Wind. Man kann sie selbst weder sehen, noch spüren – man sieht und spürt immer nur ihre Auswirkungen. Wie der Wind sind sie manchmal recht stürmisch und dann wieder ganz sanft. Und wie der Wind können sie sich auch ganz legen!

 

 

Arschloch-Coaching

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Wollen Sie weiterhin Ihre Gutmütigkeit ausnutzen lassen? Weiter gegenüber den Egomanen um Sie herum das Nachsehen haben? Sich weiter um Andere bemühen, von denen Sie nichts zurück erhalten? Weiter Ihre Energie in ein Loch ohne Boden versenken? Oder wollen Sie endlich auch mal „Nein!“ sagen? Sich selbst die/der Nächste sein und die Wünsche von Partnern, Familie, Freunden oder Kollegen einfach auch mal ignorieren können? Dann lernen Sie, sich wie ein typisches Ego-Arschloch zu verhalten!

Zugegeben, das waren plakative Worte. Aber ist es nicht genau das, was wir fühlen, wenn andere es sich auf unsere Kosten gut gehen lassen? Kann man ändern, hier hilft mein neues „Arschloch-Coaching“. Nein, es geht dabei nicht darum, ein schlechter(rer) Mensch zu werden. Auch nicht darum, jetzt selbst ständig die Ego-Sau aus dem Stall zu lassen. Es geht schlicht und ergreifend darum, die eigenen Bedürfnisse gegenüber denen anderer Menschen endlich angemessen schützen und verteidigen zu können. Sich durchzusetzen, wo es sein muss. Mit anderen Worten: In den Augen der Anderen auch mal ein Arschloch sein zu können!

Null Problemo!

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Ich bin Therapeut, darum habe ich keine Probleme. Und wenn, sind sie ruckzuck gelöst. Depressive Verstimmung, Traurigkeit, Enttäuschung, Angst oder Wut, für mich alles kein Thema. Meine Finanzen sind im Lot, meine Beziehung ist ein Paradies, meine Gefühle habe ich im Griff. Schön wär´s, von wegen…

Meine inneren Dämonen rumoren so laut, wie alle anderen auch. Meine Impulse sind schwer unter Kontrolle zu halten und manchmal denke ich, dass ich mehr Skelette im Schrank beherberge als andere Leute Klamotten darin aufbewahren. Ja, ich stehe meinen Problemen oft ebenso ratlos gegenüber wie meine Klienten den ihren. Aber ich kenne sie alle, ich kenne mich. Und das ziemlich gut. Darum kann ich mich auch ziemlich gut in die Welt meiner Mitmenschen einfühlen und eindenken. Meine reiche Lebenserfahrung qualifiziert mich nicht zu einem besseren Menschen, aber sie hilft ungemein dabei, aus mir einen qualifizierten Therapeuten zu machen. Und ich will ja auch Partner sein, nicht Vorbild.

 

With a little help from my friends

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Gestern habe ich den Film „To write love on her arms“ gesehen, der sehr wahrhaftig und berührend den Weg einer jungen Frau aus der Drogensucht thematisiert. Der Fokus lag dabei mal auf der Unterstützung durch andere Menschen. Ich habe in meiner Jugend Ähnliches erlebt, die Geschichte hat viele Erinnerungen geweckt. Und dabei wurde mir klar, dass ich mir den erfolgreichen Ausstieg stets nur auf die eigenen Fahnen geschrieben hatte. Klar ist es eine Leistung, vom jahrelangen Konsum harter Drogen wieder in ein „normales“ Leben zu finden. Doch niemand muss das ja ohne die Hilfe von Familie, Freunden, Partnern, Therapeuten oder Leidensgenossen schaffen. Mir stand damals vor allem meine erste Frau aufopferungsvoll zur Seite, ein verständnisvoller Arzt sowie gute Freunde. Ihnen allen möchte ich hier von ganzem Herzen danken: Gott alleine weiß, wo ich heute ohne euch wäre!

Wie Paare ticken

Herz-Uhr

Eine Beziehung ist kein Uhrwerk, sie läuft nicht immer so, wie wir es uns wünschen. Diese Erfahrung haben wir wohl alle schon gemacht, die meisten von uns mehr als einmal. Ich bin da weiß Gott keine Ausnahme: gelegentlich schwankende Stimmung, ein häufig fordernder Charakter und mein impulsives Wesen fordern immer wieder ihren Tribut. Zumal ich zu Beginn jeder Beziehung meine auf Hochglanz polierte Schokoladenseite präsentiere, das hohe Eroberungstempo aber natürlich nicht auf Dauer durchhalte. Und statt sich nun dankbar für die wunderbare Anfangszeit mit Verständnis und Geduld zu revanchieren (wie ich das gerne hätte), fällt meine Auserkorene dann aus allen Wolken: Wie konnte sich der galante Prinz nur so schnell in einen mürrischen Frosch verwandeln?! Kein Wunder, wenn es mit dem Küssen erst mal vorbei ist…

Eine andere Variante ist der schleichende Beziehungs-Burnout. Denn Belastungen in Beruf und Familie sowie die Einförmigkeit des Alltags begünstigen Gleichgültigkeit, Langeweile und Streit. Hier wie dort kann Paarberatung nützlich sein; im Zweifelsfall auch ohne Partner. Entscheidend ist, dass einer den ersten Schritt macht – der Partner kommt meiner Erfahrung nach später meist ganz von selbst ins Boot. Und falls das einmal tatsächlich nicht der Fall sein sollte, ist therapeutische Unterstützung umso wertvoller. Denn wenn ich etwas ändere, dann ändert sich mein Partner zwangsläufig auch!

Der Wolf in Dir

wolves-970553_960_720Kürzlich vor dem Fernseher – der Film war zum Vergessen, doch einen Dialog habe ich mir gemerkt: „Stell Dir vor, zwei Wölfe kämpfen miteinander. Der eine steht für das Licht, für Glück und Zufriedenheit. Der andere für die Dunkelheit, für Verzweiflung und Unglück. Welcher wird gewinnen?“ Die bestechend einleuchtende Antwort: „Der, den Du fütterst!“

Eine gelungene Analogie, in der therapeutischen Praxis vielseitig einsetzbar. Allerdings stellt sich bei genauerer Betrachtung natürlich die Frage, was so ein Wolf frisst? Das dürfte individuell sehr unterschiedlich sein; das gilt es, herauszufinden. Also, wie mästest Du Deinen ganz persönlichen Schweinehund? Und was wäre das perfekte Kraftfutter für Deinen Glückswolf?