Hilfe, die Helden kommen!

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Eine andere Art von Flüchtlingswelle überrollt seit einiger Zeit die Kinos: Von Superman bis Batman, von Spiderman bis Ant-Man, von den X-Men bis zu den Avengers – keinen Superhelden hält es mehr im heimatlichen Comic-Blätterwalt; in inflationären Scharen tauchen die Cape-Träger auf den Leinwänden auf. Und wie bei den Flüchtlingen aus Syrien hieß man sie zunächst herzlich willkommen, wäre mittlerweile aber ganz froh, wenn sie daheim blieben. Genug ist irgendwann genug, so die Devise.

Oder gibt es da gar einen Zusammenhang? Sollen uns Hulk & Co. zumindest unbewusst vor mehr oder weniger real existierenden Bedrohungen wie Überfremdung (Avengers sammeln: Kampf den Aliens!), Fremdenfeindlichkeit (X-Men: Mutanten sind auch Menschen), einem korrupten Überwachungsstaat (S.H.I.E.L.D. lässt grüßen) oder ganz einfach unserem omnipräsenten Gefühl der Ohnmacht gegenüber gierigen Bankern sowie skrupellosen Großindustrien und deren willfährigen Erfüllungsgehilfen in der Politik schützen? Sind die Helden so super, weil wir uns so mies fühlen? Sind sie die Film gewordenen Allmachtsphantasien einer zusehens dekadenten Gesellschaft, die sich vor der Vernichtung durch einfallende Barabarenhorden fürchtet? History repeats, willkommen zurück im Römischen Imperium. Willkommen zu Brot und Spielen. Viel Spaß mit den Gladiatoren, während Nero an unseren Lebensgrundlagen zündelt…