Gott ist (k)eine Lavalampe

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Eine der bekanntesten Eso-Binsen besagt, dass Gott alles ist, was ist. Gott ist demnach das große Ganze jenseits der Polarität. Gut und Böse, Hell und Dunkel, alles und jedes. Aber ist Gott tatsächlich Jesus UND Hitler? Ist er Buddha, aber auch der Kindervergewaltiger aus der Zeitung? Und was ist dann mit der nicht minder beliebten Eso-Weisheit, dass alles gut ist, wie es ist? Gilt das auch für die Kriegsmutter, deren Kind vor ihren Augen abgeschlachtet wird?

Aus der Quantenphysik hat die moderne Pop-Spiritualität den Begriff der Potentialität übernommen. Und damit wurde Gott zu mehr als nur dem, was ist – er wurde darüber hinaus zu allem, was sein könnte. Das bestechende an diesem Gedanken ist, dass der Schöpfer so seine eigene Schöpfung ist, aber trotzdem weitaus größer als diese. Unendliche Möglichkeiten, deren größtes und womöglich einziges Interesse es ist, sich selbst zu verwirklichen. Ein Gott, der sich selbst erfahren möchte. Ein Gott jenseits von Ethik und Moral. Ein Gott ohne Vorsehung und Erlösung. Eine Art allumfassende Lavalampe, deren Zweck und Freude alleine darin liegt, immer neue Formen auszubilden. Sie ist ständig in Bewegung, denn sonst verschmelzen alle Potentiale wieder zu einem bewegungslosen Ganzen. Das vermag auch zu erklären, weshalb sich im Leben die Veränderung als einzige Konstante beobachten lässt.

Was diese Theorie zunächst noch nicht erklärt, sind die Muster, welche sich bei genauer Beobachtung ebenfalls erkennen lassen. Evolutionäre Entwicklungen und sinnvolle Kausalzusammenhänge beispielsweise. Selektive Wahrnehmung? Mag sein, warum nicht.Vorschläge sind willkommen!

Der Wolf in Dir

wolves-970553_960_720Kürzlich vor dem Fernseher – der Film war zum Vergessen, doch einen Dialog habe ich mir gemerkt: „Stell Dir vor, zwei Wölfe kämpfen miteinander. Der eine steht für das Licht, für Glück und Zufriedenheit. Der andere für die Dunkelheit, für Verzweiflung und Unglück. Welcher wird gewinnen?“ Die bestechend einleuchtende Antwort: „Der, den Du fütterst!“

Eine gelungene Analogie, in der therapeutischen Praxis vielseitig einsetzbar. Allerdings stellt sich bei genauerer Betrachtung natürlich die Frage, was so ein Wolf frisst? Das dürfte individuell sehr unterschiedlich sein; das gilt es, herauszufinden. Also, wie mästest Du Deinen ganz persönlichen Schweinehund? Und was wäre das perfekte Kraftfutter für Deinen Glückswolf?

Hilfe, die Helden kommen!

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Eine andere Art von Flüchtlingswelle überrollt seit einiger Zeit die Kinos: Von Superman bis Batman, von Spiderman bis Ant-Man, von den X-Men bis zu den Avengers – keinen Superhelden hält es mehr im heimatlichen Comic-Blätterwalt; in inflationären Scharen tauchen die Cape-Träger auf den Leinwänden auf. Und wie bei den Flüchtlingen aus Syrien hieß man sie zunächst herzlich willkommen, wäre mittlerweile aber ganz froh, wenn sie daheim blieben. Genug ist irgendwann genug, so die Devise.

Oder gibt es da gar einen Zusammenhang? Sollen uns Hulk & Co. zumindest unbewusst vor mehr oder weniger real existierenden Bedrohungen wie Überfremdung (Avengers sammeln: Kampf den Aliens!), Fremdenfeindlichkeit (X-Men: Mutanten sind auch Menschen), einem korrupten Überwachungsstaat (S.H.I.E.L.D. lässt grüßen) oder ganz einfach unserem omnipräsenten Gefühl der Ohnmacht gegenüber gierigen Bankern sowie skrupellosen Großindustrien und deren willfährigen Erfüllungsgehilfen in der Politik schützen? Sind die Helden so super, weil wir uns so mies fühlen? Sind sie die Film gewordenen Allmachtsphantasien einer zusehens dekadenten Gesellschaft, die sich vor der Vernichtung durch einfallende Barabarenhorden fürchtet? History repeats, willkommen zurück im Römischen Imperium. Willkommen zu Brot und Spielen. Viel Spaß mit den Gladiatoren, während Nero an unseren Lebensgrundlagen zündelt…